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Gevatter Tod hat Urlaub, Mort macht die Arbeit

Donnerstag, März 8th, 2007

Bevor aufgrund assoziativer Verknüpfungen *zwinker* gleich jemand in Panik ausbricht: ich bin gesund (von dem normalen Grad an Wahnsinn mal abgesehen) und ich habe nicht vor auf irgendeine absehbare Weise ums Leben zu kommen! Kann man doch einfach mal drüber bloggen ;-)

Wenn ich jetzt also sterben würde, würde das mein Leben zwar arg verkürzen und es wäre auch schade, weil es gerade ein tolles Leben ist, aber zu verhindern ist so ein plötzlicher Tod wohl nicht. =)

Ich habe viel erlebt, viel Tolles, auch ein paar doofe Sachen und nichts davon möchte ich missen! Wenn ich nun also, aus welchen Gründen auch immer, tot sein sollte, ist das zwar für den Moment und für den ein oder anderen traurig, aber es ist auch ok. Ich bin glücklich und ich bin zufrieden was das big picture meines Lebens angeht. In mir drin ist es still, so wie ich es liebe und was man als Frieden – leider kein Weltfrieden (auf dem Silbertablett) – bezeichnen könnte, aber doch Frieden in “meinen vier Wänden”.

Jetzt habe ich weit ausgeholt, um eigentlich zu sagen, dass ich erwäge, eine Patientenverfügung (das BMJ hat dazu eine Broschüre [komisches Wort] herausgegeben) zu verfassen. Dafür ist es natürlich von Vorteil, wenn man sich im Klaren darüber ist, was man im Falle eines absehbaren Ablebens wünscht. Das Prospekt des Justizministeriums liefert zwei Beispieltexte, aus denen für mich aber eher eine Kombination in Frage kommt. Es gilt also zu entscheiden, unter welchen Voraussetzungen ich gern künstlich am Leben gehalten werden möchte; z. B. um Abzuwarten, welche bio-/cybertechnischen Möglichkeiten das nächste Jahrtausend so bietet ;-) Grundsätzlich kann ich aber schon mal festhalten, dass ich durchaus wiederbelebt werden möchte. Könnte ja unter Umständen auch ´ne interessante Erfahrung sein. Ebenso würde ich verfügen, meine Organe nach meinem Ableben zu spenden, wobei ich das höchstwahrscheinlich auf innere Organe beschränken würde. Und ich tendiere nach dem ersten Mal lesen dazu, nach einer irreparablen Hirnschädigung nicht weiter künstlich am Leben gehalten zu werden.

Das ist aber nur eine kleine Zusammenfassung der Gedanken, die mir nach dem ersten Durchlesen gekommen sind, bzw. der Einstellungen, die ich schon zuvor hatte. Es gibt eine Menge zu bedenken und abzuwägen, bevor daraus eine wirkliche, zur Niederschrift geeignete, Patientenverfügung wird. Und da das alles erst noch reifen muss und die Priorität dieser Aufgabe nicht so hoch liegt, dauert es sicher noch eine ganze Weile bis ich das wirklich verfasse. Ich will es nur schon mal festhalten – und was eignet sich da besser als das eigene Weblog?

Und wo wir gerade schon beim Thema sind: Spinni ist tot. In der Damentoilette wohnte eine Spinne und ich hab mich schon seit längerem gefragt, wovon sie sich wohl so ernährt, denn Insekten gab es (auch jahreszeitlich bedingt) dort nicht. Ich hatte auch schon erwogen, ihr mal was zu essen mitzubringen. Meinen persönlichen Schwarm Fruchtfliegen zum Beispiel oder eine Scheibe Gesichtswurst. Sähe ja auch netter aus im Netz. Aber nun liegt sie auf der Fensterbank – was wohl ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass sie aus dem Netz gefallen ist. Requiescat in pace.