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Paris II

Montag, März 10th, 2008

…und der zweite folgt sogleich.

Tag 2:
Der Tag begann mit einem Besuch der Ile de la Cité und der Besichtigung der Sainte-Chapelle, Vogelhäuschen auf dem Blumenmarktdie im Innenhof des Justizpalastes steht. Hier gab es gleich wieder flughafenähnliche Sicherheitsmaßnahmen bevor der Besucher hinein gelassen wurde. Die gotische Kapelle ist wirklich einen Besuch wert, allerdings ist der Eintrittspreis mit 7,50 Euro pro Nase recht hoch. Die 15 m hohen bunten Glasfenster, die farbenprächtigen Malereien und die Architektur selbst sind allerdings sehr beeindruckend und entschädigen etwas dafür. Verlässt man den Palais de Justice durch das große Tor, gelangt man auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Blumenmarkt, welcher einer der letzten in Paris ist. Sonntags ist dort ein Vogelmarkt.

Wir verließen die Insel kurzzeitig wieder Richtung Norden und gelangten zur Kirche St-Gervais-St-Protais, der Kirche mit der ältesten klassizistischen Fassade in Paris, erbaut im 6. Jahrhundert. Das Innere der Kirche ist gotisch und während wir uns dort leise umsahen, sang ein gemischter Chor kirchliche Lieder. Das klang wirklich gut! Und durch die Ordenstracht fühlte man sich gleich in eine andere Zeit versetzt. Ich war sehr beeindruckt. Wenn ich mal zufällig einen Gottesdienst besuche, singt ja meist die Gemeinde und – seien wir ehrlich – das will doch keiner hören ;-).

Als nächstes war Notre Dame an der Reihe. Dazu ging´s zurück auf die Insel, die übrigens als die Wiege von Paris bezeichnet wird. Bereits vor über 2000 Jahren siedelten hier Keltenstämme und einem von ihnen, den Parisii, wird die Namensgebung der Stadt zugeschrieben. Aber nun zur berühmten Kathedrale Notre-Dame de Paris, der gotischen Kirche, deren Grundstein im Jahre 1163 gelegt wurde und die erst 170 Jahre später fertiggestellt sein sollte. Von innen wie von außen ist es ein beeindruckender Bau. Wenn ich mich in so großen Kirchen befinde, muss ich immer an „Die Säulen der Erde“ denken und fühle mich sofort in diese Zeit zurück versetzt. Vor allem, wenn sich die schmalen Turmtreppen oder andere Bereiche, wie die Krypta, besichtigen lassen. Dann stelle ich mir vor, wie es war, als die Priester in ihren Kutten da durch geschlurft sind =). Stryga blickt nachdenklich auf die Stadt

Die Türme und die Galerie des Chimères können bestiegen werden, was wir auch taten (7,50 Euro?). Von dort hatten wir einen tollen Blick über die Stadt, auf den Montmartre mit Sacré Coeur und den Eiffelturm. Es war zwar stürmisch, aber die Sicht war gut und die Sonne schien. Die Gargoyls konnten aus nächster Nähe betrachtet werden.

Wieder unten angekommen, verließen wir die Insel nach Süden und suchten uns ein Restaurant. Es empfiehlt sich nach Lokalitäten mit kombinierbaren Menüs Ausschau zu halten, die wesentlich billiger sind als frei zusammengestellte Menüs. In den touristischen Zentren sind die Speisekarten neben Französisch auch auf Englisch beschriftet. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass es nicht schaden kann, sich die Begriffe einer Speisekarte vorab schon mal einzuprägen oder einen Reiseführer zu nehmen, in dem die wichtigsten Sachen drinstehen – für die Leute, die kein Französisch sprechen ;-). Ansonsten kommt man mit Englisch ganz gut durch. An diesem Tag hatten wir Glück und fanden gleich südlich der Ile de la Cité ein Lokal namens Le Marathon in der Rue St. Severin, welches Menüs für 10 bzw. 15 Euro anbot. Das ist völlig ok – unter 10 Euro wird das Essen womöglich gruselig. Das hatten wir an einem anderen Tag.

Für mich gab es als Vorspeise Schnecken, was ein kleines Abenteuer war, weil ich als Kind zuletzt Schnecken gegessen hatte und mich nicht so wirklich erinnern konnte. Diese waren aber sehr lecker. Zum Hauptgang hatte ich gebratene Entenbrust-Streifen, die wirklich klasse waren und innen noch zart rosa. Profiteroles gab es als Dessert, was wohl in Teig gebackenes Eis mit Schokoladensosse war. Auch sehr lecker. Andi hatte Muscheln, Putenbrust und Käse zum Nachtisch und war ebenfalls sehr zufrieden damit. Kaddi vor dem Tour Eiffel

Gesättigt sind wir weiter gewandert, durch den Jardin du Luxembourg, einen schön angelegten Garten, in dem es schon ein bisschen grün war um diese Jahreszeit. Am leider bereits geschlossenen Observatorium haben wir noch einen Cache eingesammelt und sind dann wieder Richtung Unterkunft, von wo wir das Stativ für die erste nächtliche Foto-Tour geholt haben. Der Eiffelturm war das erste Ziel dieser nächtlichen Wanderung, vorbei am Triumphbogen ging es zum Schluss zum Louvre. Allesamt schöne Fotomotive, die Dank Stativ auch gut geworden sind.

Dieses war der zweite Streich…

Paris I

Sonntag, März 9th, 2008

Ein Franzose!Von Montag bis Freitag dieser Woche waren Andi und ich in Paris, wo wir uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten angeguckt und ein paar Geocaches gesucht haben. Es ist eine schöne Stadt, die Franzosen laufen wirklich mit Baguette unter´m Arm rum und die Konditorei-Waren sind wirklich, wirklich delikat!

Das war die Kurzfassung – wie letztes Mal auch, werde ich erzählen, was wir an den einzelnen Tagen getan haben. Nur diesmal werde ich pro Tag einen eigenen Beitrag veröffentlichen. Ich hoffe, dass es sich dadurch besser lesen lässt und die Häppchen nicht so abschreckend sind wie ein endlos erscheinender Beitrag. Außerdem verschafft es mir mehr Zeit ;-)

Los geht´s mit

Tag 1:
Wir sind von Berlin Tegel mit Air France nach Paris Charles de Gaulle geflogen und gegen 10:00 Uhr gelandet. Ein Zug brachte uns für rund 8 Euro bis fast vor die Haustür unserer Unterkunft. Gewohnt haben wir wieder „auf die Punkte“ meiner Familie bei Hapimag. Danke dafür! *knutsch* Die Anlage lag (wie immer) super zentral in der Nähe der Station Châtelet Les Halles, was die Ausflüge sehr vereinfacht hat. Die Stadt haben wir (ebenfalls wie immer) weitestgehend zu Fuß erkundet und sind gleich nach den ersten paar hundert Metern an diesem Vormittag auf das Louvre gestoßen. Und so begann das Sightseeing-Programm mit einem Besuch im größten Museum der Welt. Eine Schlange gab es zu dieser Zeit quasi nicht und so waren wir fix in der Pyramide und gleich drauf auch im Denon-Flügel des riesigen Komplexes (9 Euro p. P.).

Wir hatten nicht vor, das ganzen Museum zu besichtigen – was ohnehin mehrere Tage in Anspruch nehmen würde – sondern wollten nur die so genannten Highlights besuchen. Was auf den (Um-)Wegen dazwischen lag, wurde von uns natürlich mitgenommen1. Das mit den Umwegen war allerdings schon so eine Sache. Für meinen Geschmack ist das Kartenmaterial, welches es an der Information gibt und das einem helfen soll, sich zurecht zu finden, besch…eiden. Es hilft überhaupt nicht. Um auf derselben Etage in einen anderen Flur zu gelangen, muss der Besucher manchmal erst eine Treppe runter und eine andere wieder rauf und so sind wir teilweise etwas umhergeirrt bis wir dort waren wo wir hin wollten.

Es gibt zwar nachträglich aufgestellte Schilder, die einem den Weg zur Mona Lisa oder zur Venus von Milo weisen, aber die schienen mir nicht durchgängig aufgestellt zu sein, so dass wir öfter vom Weg abgekommen sind. Letztlich haben wir aber beide gefunden und waren ehrlich gesagt wenig beeindruckt. Nun mag wieder einer sagen, ich sei ein Kunstbanause ;-) – wäre ja nicht das erste Mal – aber umgehauen haben die mich nun wirklich nicht.

Bei der Mona Lisa lag es aber zu einem sehr großen Teil daran, dass man als Besucher gar nicht wirklich „Kontakt“ mit dem Bild aufnehmen konnte. Vor dem Gemälde waren mehrere Meter weiträumig abgesperrt und die Besucher wurde trichterförmig auf die Absperrung zugeleitet. Das hatte zur Folge, dass direkt davor eine Menschentraube war, während an den Seiten viel Platz blieb. Zudem war die Dame hinter Sicherheitsglas verstaut, was zwar Sicherheit bietet, aber leider auch dafür sorgt, dass sich allerhand darin spiegelt. Das Gemälde auf sich wirken zu lassen und es sich aus der Nähe zu betrachten war also nicht möglich. Das war ziemlich doof und sehr enttäuschend.

Auch die Venus von Milo stand einsam und verlassen am Ende eines leeren Gewölbes nur umringtKaddi als Skülptür von ein paar Besuchern, die pflichtschuldig ihre Fotos machten. Also reihten wir uns ein und machten ein Bild. Schön ist sie ja nicht gerade, aber immerhin sehr alt. Entstanden ist schon 100 v. C., was eher beeindruckt. Um dem Museum noch eine wahre Attraktion hinzuzufügen, hat Kaddi eingewilligt, eine Statue zu sein. Das war sie aber nur kurz und Andi allein hatte die Exklusivrechte, ein Foto zu machen ;-D

Im Anschluss besuchten wir den Park hinter dem Louvre und „fanden“ dort den ersten Virtual-Cache des Urlaubs. Gleich an diesem ersten Tag mussten wir leider feststellen, dass der ADAC plus Reiseführer, den ich in Berlin gekauft hatte, nicht taugt und haben im nächsten Buchladen den favorisierten, aber wegen des höheren Preises nicht erworbenen, DK Paris Reiseführer gekauft. Damit war wieder alles gut!2 Der Weg führte uns weiter zum Opernhaus Opéra National de Paris Garnier, einem beeindruckenden Bau mit einem Mix aus Stilepochen und Materialien. Er ist für 8 Euro von innen zu besichtigen, was wir aber nicht getan haben. Aus der Vorhalle haben wir einen Blick auf die große Marmor-Treppe geworfen und uns ansonsten mit der Außenansicht begnügt.

Ein bisschen Abendstimmung haben wir an der Seine genossen, mit Blick auf die Ile de la Cité. Bäume an der Promenade der SeineDort an der Promenade standen viele Bäume und alle Stämme waren übersät mit „Graffitis“, die wohl all die Liebenden in der Stadt der Liebe dort hinterlassen hatten. Bei dem Anblick war ich ein bisschen hin und her gerissen, weil es ja irgendwie schon romantisch ist und außerdem durch die langen Reihen der eingeritzten Baumstämme schon wieder cool aussah, aber ich mag nicht die Rinde von Bäumen verletzen.

Dieses war der erste Streich…

  1. Kunstraub ist ja wieder in ;-) []
  2. Es geht einfach nichts über diese Vis-à-Vis-Reiseführer von Dorling Kindersley. []