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Norwegen 9

Samstag, Juni 30th, 2012
Während des Norwegen-Urlaubs hat Andi
auf’m Tablet Tagebuch geschrieben, was
ich jetzt hier mit einer Foto-Auswahl
veröffentliche – samt aller grammatikalischen
Finessen. Kommentare und Ergänzungen
von mir finden sich als Fußnoten. Have fun.

03.06.2012
Am morgen war es etwas weniger stürmisch als am abend zuvor und die sonne schien auch schon schön. nach dem morgendlichen prozedere ging es weiter an der küste lang.

unser erster halt war mandal. eine sehr ausgestorbene kleine stadt an diesem sonntagvormittag. wir machten einen stadtbummel auf beiden seiten des fjordes, auf denen es jeweils sehr hübsche alte häuser zu sehen gab. auf einer bank machten wir eine kleine pause und liessen uns die sonne ins gesicht scheinen.

unsere wasservorräte gingen wieder zu ende und auch die restlichen sanitären einrichtungen verlangten nach einer dumpstation. an einer shell-tankstelle kurz vor kristiansand fanden wir eine. die war aber komisch. das war so eine art automat. über einen wahlschalter musste man eingeben, was man machen wollte: klo entleeren, abwasser ablassen oder wasser auffüllen. gut, das mit klo war kein problem – einfach auskippen. das abwasser war schon eher eines. statt das ganze einfach per schwerkraft ablaufen zu lassen, sah die station vor einen schlauch anzuschließen und das grauwasser abzupumpen. natürlich passte der schlauch nicht. wir haben dann das ganze einfach in einen nahe gelegenen gulli fließen lassen. frischwasser hatte ein ähnliches problem: es gab nur einen hahn, aber keinen schlauch. wir fanden zwar einen schlauch in unserer ausrüstung, der hatte aber null anschlüsse. nicht sehr hilfreich. so wir füllten erstmal nur die wasserflaschen und weiter ging’s.

in kristiansand fanden wir nach etwas herrumkurven einen parkplatz, um anschließend die stadt zu erkunden. aber vorher noch aufs klo. tja, und da war das nächste problem. der kloschließmechnismus funktionierte nicht mehr. nach einigem hinundher gelang es andi, das problem zu finden. der hebel im bad überträgt seine kraft über einen haken auf den schließmechanismus der toilettenkassette. dieser haken ist normalerweisse durch eine gekrimpte unterlegscheibe gesichert. die war beim letzten toiletten-leeren rausgefallen. andi hatte sie zwar noch gesehen, aber nicht realisiert, dass die von unserem auto stammte. naja, jedenfalls löste sich jetzt der haken, wenn man den mechanismus mit zuviel schwung betätigte. wir improvisierten einen haltemechanismus aus einem brottütenverschluss und gingen nur noch vorsichtig auf’s klo ;-) .

in kristiansand selbst war gerade bootsmesse und diverse kähne und zubehör gab es am hafen zu beschauen. die eigentliche touristenattraktion, die kristiansfestung im hafen, war allerdings nicht zu besichtigen. ein schild „privat – kein zutritt“ begrüsste uns am eingang. wir spazierten daher weiter ins „kvadraturen“, wo einige geometrisch ausgerichtete wohnblöcke erhalten sind, die könig kristians soldaten als wohnungen dienten. von hier ging’s in die völlig ausgestorbene fussgängerzone, vorbei an einer nicht sehr hübschen und geschlossenen kirche aus beton. und schließlich zurück zum auto.

nächster halt grimdal. ein weiteres kleines fischerdörfchen mit hübschen alten häusern. ibsen hat hier wohl seine jugend oder leerjahre verbracht. es gibt ein ibsencafe und eine ibsenstrasse und ein ibsenmuseum. wir haben aber nur die strasse angeguckt und den rest des städtchens. bei gelegenheit lesen wir vielleicht mal was von ihm, damit wir zu würdigen wissen, wo wir da waren. aber vielleicht auch nicht. halbwissen reicht auch ;-). achja, die apotheke, in der ibsen gearbeitet hat, gab’s auch zu sehen – aber nur von aussen.

obwohl wir eigentlich nicht viel gemacht hatten, waren wir beide schon ziemlich kaputt und beschlossen, obwohl es noch früh war, bereits nach einem platz für die nacht ausschau zu halten. dafür ging’s ab von der großen und entlang kleinerer strassen an der küste. einem hinweis zum strand folgten wir als erstes, aber die strasse wurde immer enger, so dass wir beschlossen umzukehren eh wir uns festfuhren. mit hilfe unserer elektronischen karte fand andi schliesslich einen vielversprechenden abzweig (stichstrassen, die zum wasser führen, haben oft einen parkplatz am ende). und tatsächlich gab es einen netten platz, auf dem auch schon ein kumpelauto stand.

wir machten noch einen spaziergang zum ende der strasse, wo nach ca. 10 m wasser1 die nächste insel kommt. in der anderen richtung stratzten wir kurz in den wald. genau gegenüber von unserem platz waren mehrere taucher zu gange. ob die dort irgendwas bestimmtes anguckten oder nur so zum spass untergluckerten, war nicht ersichtlich. ein pärchen, wie sich später herausstellte unsere belgischen wohnmobilnachbarn, sammelten muscheln2 am strand.

wir stellten unsere stühle in die restsonne und aßen abendbrot. nudeln mit grünem pesto. als es kälter wurde, gingen wir rein und wärmten uns an einem früchtetee.

  1. ich würde ja eher so 50 m tippen []
  2. für ihr Abendbrod []