Norwegen 10

Während des Norwegen-Urlaubs hat Andi
auf’m Tablet Tagebuch geschrieben, was
ich jetzt hier mit einer Foto-Auswahl
veröffentliche – samt aller grammatikalischen
Finessen. Kommentare und Ergänzungen
von mir finden sich als Fußnoten. Have fun.

04.06.2012
wir kamen nicht so richtig aus dem bett und drehten uns immer wieder für weitere 5 minuten um. irgendwann waren wir dann doch wach genug und machten uns an unsere morgenroutine. mal wieder mit lecker pfannkuchen aus vollkornweizenmehl mit erdbeermarmelade. mjammi.

achja, beim aufwachen regnete es noch. als es schließlich los ging, hatte es aber bereits aufgeklart. so ging es uns den ganzen tag. immer wenn es aus eimern schüttete waren wir grad im auto. wollten wir was angucken schien die sonne. genau so soll das sein!

unser plan sah eigentlich vor bis nach oslo zu schüsseln und dort die nächsten ein bis zwei tage zu verbringen. kaddi hatte aber auch die hoffnung noch nicht aufgegeben, einen elch zu sehen und wollte daher gerne irgendwo in einem wald spazieren gehen. leider haben die norweger es überhaupt nicht drauf mal irgendwo wanderwege auszuzeichnen (jedenfalls hier im süden).

Als wir einen Hinweis zu irgendeinem dingsverksmuseum sahen, folgten wir nur in der hoffnung von dort aus eventuell wandern zu können. das dingsverk1 stellte sich als eisenwerksmuseum heraus, das bereits von aussen sehr cool aussah. wir parkten also das auto, es hörte auf zu regnen und wir spazierten in das erste gebäude. wir waren noch beim umschauen, als uns eine schulkasse entgegen kam gefolgt von einem museumsangestellten. er fragte gleich, ob er uns helfen könne. wir erfuhren wie und wo wir tickets kaufen könnten und dass diese eine führung enthielten. er übernahm davon schon mal den ersten teil in dem gebäude, wo wir gerade waren. eine eigene führung nur für uns zwei war schon cool, weil man so all die fragen stellen konnte, die einen interessierten.

nach dem ersten haus (dem maschinenhaus) ging’s über den fluss zum museumshauptgebäude. auf dem museumshof wuselten hunderte kinder aller altersklassen herum. teils mit instrumenten. wir kauften unsere tickets und erfuhren, dass die kids wohl für irgendeine theateraufführung probten. pures chaos. wir bekamen aber erstmal einen interessanten einführungsfilm zur geschichte der eisenverarbeitung in norwegen zu sehen.

nachdem film kam ein anderer guide und führte uns durch das museum (mit hinundwieder kinder zurechtweisen, was so erfolgreich war wie flöe hüten). so konnten wir die reste der hochöfen sehen, und die blasebälge – inklusive wasserradantrieb – waren auch restauriert und voll funktionsfähig wie uns gleich demonstriert wurde. kaddi ließ sich gleich mal durchpusten. auch das hammerwerk und die alte stahlhütte waren noch zu besichtigen. und alles bekamen wir ganz genau erklärt und konnten so lange nachfragen bis wir’s kapiert hatten. toll.

nach dem museum drehten wir noch eine runde durch den angeschlossenen park, fanden aber keine elche und machten uns wieder auf den weg2.

nach risør fuhren wir, um mal wieder alte weiße häuser anzugucken. und einen leuchtturm. aber erstmal gab’s mittagessen: mal wieder eierreis mit tomaten, zwiebeln und mysterytofuersatzfisch. dazu kaffee. die stadt war wirklich niedlich und auch die sonne war wieder vorgekommen und wir saßen ein bischen auf der mole im hafen und genossen die wärme auf’m pelz.

bei vassbotn bemerkte andi eine menge leute auf der neuen autobahnbrücke, unter der die alte strecke der e18 entlang führt. wir waren ja schon zu beginn unseres urlaubs hier vorbei gekommen und wussten, dass der neue abschnitt in den nächsten tagen eröffnet werden sollte. andi vermutete einen tag der offenen tür und lag damit goldrichtig. am nächsten kreisel wies die ausfahrt zur autobahn auf den „øpen dag“ hin. das mussten wir natürlich sehen.

nach dem parken auf der autobahn, beförderte uns ein bus bis zur brücke. ab dort erkundeten wir die autobahn zu fuß3. der blick von der brücke über den see und das tal war schon klasse. mal auf einer leeren autobahn zu stehen auch. die norweger nutzten diese möglichkeit auf ihre art: mit radfahren und trockenski. von der brücke wanderten wir zu fuß zum auto zurück durch die zwei nigelnagelneuen tunnel mit einem tollen sound, der natürlich erstmal ausprobiert werden wollte. wir hatten spass und norwegen hat jetzt ein stück kaddi und andi approvedtes stück autobahn.

oslo war an diesem tag nicht mehr sinnvoll und so machten wir uns jenseits der e18 auf die suche nach einem schlafplatz. erst kurvten wir eine weile erfolglos herum, dann fand sich der hinweis zu einer weiteren stabkirche. die kirche stand nicht mitten im dorf und es gab einen kleinen parkplatz davor. perfekt. wir aßen erstmal abendbrot (gemüsereis mit käse) auf einer bank vor der kirche in der abendsonne. dann machten wir noch einen kleinen spaziergang4 und saßen anschließend auf der bank bis die sonne hinter’m wald verschwand.

  1. jernverk in naes []
  2. toller, zufälliger Abstecher! []
  3. ein absurdes Tun, sehr erheiternd und ich musste immer an die Ölkrisen-Bilder aus den 1980ern von den leeren Autobahnen denken []
  4. wieder mit dem vergeblichen Versuch, irgendwo in den Wald zu gelangen []

Schreibe einen Kommentar.