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Ein völlig unnötiger Sonntagsschreck

Sonntag, September 10th, 2006

Beim Verlassen von Andis Wohnung und beim Blick durch das Treppenhausfenster, sah ich unten einen Mann liegen. Durch den Hinterhof verläuft eine kleine Straße, die von Lieferanten und der Polizei nebenan genutzt wird, sonst bewegt sich da am Wochenende kaum jemand.

Ich sagte Andi bescheid, dass er sich Schuhe anzieht und bin schon mal vorgegangen. Von oben sah es so aus, als hätte ihm schon jemand geholfen und seine Beine auf seinen Einkaufstrolley gelegt, aber es war niemand zu sehen. Als ich bei ihm an kam, hatte er zum Glück die Augen offen und war ansprechbar. Es stellte sich heraus, dass er strunzbesoffen war und obwohl er an einigen Stellen ein wenig blutete und sich eingepisst hatte, war er offenbar ok. Er wollten auf jeden Fall keinen Arzt. Er sei früher Boxer gewesen, das bisschen Blut. Pff.

Aufzustehen war schon wesentlich komplizierter. Weil er die Beine auf dem Trolley hatte und mit dem Kopf ohnehin bergab lag, konnte er sich kaum alleine aufrichten. Ich zog den Rollwagen weg, in dem es, wie zu erwarten, mächtig klirrte. Er lehnte sich erst an die Wand und stand dann mit ein wenig Hilfe auf, um sich gleich wieder an die Wand zu lehnen. Andi, der zwischenzeitlich auch im Durchgang zu sehen war, winkte ich gleich ab. Quasi falscher Alarm. Der Mann sagte, er würde jetzt nach Hause gehen. Zwanzig Minuten lag er da.

Im Nachhinein schwanke ich zwischen Mitleid und auch ein bisschen Ärger. Ich hab mich schon erschrocken, als ich ihn dort liegen sah und als ich gemerkt hab, dass es ein Alki war, der seine Pfandflaschen spazieren fährt, dachte ich, war ja klar. Was mach ich mir Sorgen? Im Gegensatz zu Andi hab ich nicht sofort angenommen, dass es ein Besoffener war. Mir ist alles Mögliche durch den Kopf gegangen. Und er hätte ja trotz dem oder gerade weil er knülle war, auch verletzt sein können.

Da könnt ich spucken…

Dienstag, Dezember 13th, 2005

Vorhin musste ich mich mal wieder aufregen. Was ist das eigentlich für´ne Sitte, überall hin zu rotzen?? Überall in dieser Stadt kann ich Männer (ich hab noch nicht eine Frau irgendwo hin spucken sehen) beobachten, die, wo sie gehen und stehen, hinspucken. Der Mann, der mich heute dazu gebracht hat, diesen Eintrag zu schreiben, ist im unterirdischen Bahnhof Moritzplatz (also quasi in einem Gebäude!) immer zwischen Wand und Bahnsteigkante hin und her gegangen und hat sich jedes Mal, wenn er die Kante erreicht hat, vorgebeugt und auf die Gleise gerotzt. Das ist nicht nur absolut widerlich, sondern macht mich auch echt wütend. Und zu welchem Zweck machen die das? Haben die geraucht und finden den Geschmack ekelig, wollen sie ihr Revier markieren, wollen sie mit ihrem Macho-Verhalten imponieren, ist es ihre Meinung über andere Menschen, die sie damit zum Ausdruck bringen wollen???

Es zieht sich auch durch alle Altersgruppen, weniger vielleicht durch alle Schichten, denn ich habe auch noch keine “Schlipsträger” spucken sehen. Manche Jugendliche haben dort wo sie stehen eine regelrechte Spucke-Halo um sich herum. Da könnte man sich dann anhand der Spuckfrequenz und der Anzahl der Flecken ausrechnen wie lange sie schon auf den Bus warten. Hrhr.

Die Krönung sind natürlich die Exemplare Mensch, die vorher noch genüsslich hochziehen und ihre Mitmenschen auch akustisch an ihrem Wohlbefinden teilhaben lassen. So einer wohnt auch bei mir im Haus und der ist auch noch so aufmerksam, das beispielsweise im Fahrstuhl zu machen. Es ist ihm – und allen anderen wahrscheinlich auch – offenbar scheissegal, dass sich andere dadurch belästigt fühlen, wenn nicht sogar zum Kotzen (im bildlichen und sprichwörtlichen Sinne) animiert.

Ich bin absoluter Befürworter von Geldstrafen für dieses Verhalten – wie im Übrigen auch für´s Kippen wegwerfen und für Umweltverschmutzung im Allgemeinen.

An dieser Stelle noch mal die Bitte an alle Männer, vorsichtshalber an alle Menschen: HÖRT AUF IN DER ÖFFENTLICHKEIT ZU SPUCKEN!!! Macht das meinetwegen im heimischen Badezimmer oder im Wald, wo euch keiner hört und sieht! Danke.