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Spanien Tag 15: Ordesa Nationalpark

Samstag, August 20th, 2011

23.05. (Mo.)
Über Torla sind wir in den Ordesa Nationalpark gefahren, um Baumtigermietzekatzen anzugucken – und einen Pferdeschweif-Wasserfall. Am Informationszentrum des Parks wollten wir parken und es ging so lange steil und kurvig den Berg rauf, dass wir schon dachten, wir sind falsch. Der Parkplatz war dann tatsächlich das Ende der Straße. Von dort ging’s mit keksigem Eis als erste Wegzehrung los. Zunächst trafen wir auf ein Schild “Do not bother the cattle”. Von dem Vieh waren aber nur Häufchen zu sehen. Fraglich also, wer wen belästigt ;-). Durch die famose Landschaft am Fluss entlang, mit Bäumen und kleinen Bächen und vielen Schmettegaken marschierten wir bergauf.

Wir rasteten an mehreren kleineren Wasserfällen, die teilweise in steile Schluchten stürtzten. Der Weg durch den Mischwald ist herrlich und die Steigung würd’ ich noch als moderat bezeichnen, obwohl es teils schon ganz schön anstrengend war. Auf großen Findlingen pausiert es sich gut und von Zeit zu Zeit kann man Hände, Füße oder andere Körperteile in dem wirklich eiskalten Wasser abkühlen. Andi hat sogar den Kopf in den Fluss gesteckt. Brrr.

Unser Ziel, den “Pferdeschweif-Wasserfall”, verwechselten wir aber mit einem kleineren Wasserfall weiter unten und traten den Rückweg an. Macht aber nix, war trotzdem ein toller Tag. Leider wieder ohne irgendwelche Wildtiere gesehen zu haben. Kurz vor dem Parkplatz hockte aber ein kleiner Stein mitten auf dem Weg. Wir näherten uns langsam und Andi konnten ihn sogar streicheln!

Durch bombastische Landschaften fuhren wir auf Serpentinen weiter durch die Pyrenäen. Die Aussicht war wirklich unbeschreiblich. Allerdings wurde das Fahren auf Dauer echt anstrengend: relativ geringe Geschwindigkeit, bremsen vor jeder Kurve und immer damit rechnen, dass dort Tiere (oder ein 30-Tonner) auftauchen. Ich wollte wieder an die Küste und daher sind wir zunächst Richtung Lleida gefahren, um einen Platz zu finden… das hat eeeewig gedauert. An der Straße C26 bei Balaguer stellten wir uns letztlich auf einen Platz nahe der Straße, wo es von kleinen Fliegen und Grashüpfern wimmelte. Dafür zeigte sich als letztes Highlight des Tages noch eine Schlange, die schnell über die Freifläche des Platzes galoppierte.

Spanien Tag 14: Castillo de Loarre, San Juan de la Peña

Sonntag, August 7th, 2011

22.05. (So.)
Bevor das Castillo (3,50 € p. P. + Audioguide 1,50 €) uns um 10 Uhr eingelassen hat, sind wir auf dem Berg etwas spazieren gegangen. Das war so lange entspannend bis ich die erste Monsterzecke gesehen habe. Danach musste ich minütlich meine Kleidung absuchen bis wir in der Burg waren. Uahr, da krabbelt’s mich gleich wieder.

Der Audioguide war genial. Sehr unterhaltsam und informativ. In der Burg gibt es zwar kein Interieur mehr, aber man kann sich noch gut vorstellen, wie es mal gewesen sein muss. Die einstige Burg wurde später zu einem Kloster der Augustiner. Die Fenster der kleinen Kirche sind mit Alabaster-Scheibchen “verglast”. Das hatte ich zuvor noch nicht gesehen. Bis auf den Kerker haben wir, denke ich, alles gesehen. Ein kleiner Pfad führte uns auf den Turm und von dem großen “Fenster” des Königinnen-Aussichtspunkts hatten wir einen tollen Blick über das Tal.

Im Laufe der Fahrt sind wir an mehreren großen Stauseen und -dämmen vorbei gekommen. Auf einer schmalen Buckelpiste sind wir zum Kloster San Juan de la Peña gezockelt. Zum Glück gab’s nur wenig (Gegen-)Verkehr. Dort angekommen waren wir erst etwas verwirrt, weil wir eine uralte Kirche unterhalb eines Felsens erwartet hatten. Stattdessen stand dort ein Klotz, der definitiv erst kürzlich gebaut wurde. Das alte Kloster lag 1.5 km weiter unten und war wegen der Siesta ohnehin gerade geschlossen. Also machten wir auch Mittag.

Anschließend sind wir die schmale Straße bis zum alten Kloster nach unten gefahren, nur um uns sagen lassen zu müssen, dass man dort nicht parken darf. Wir mussten den Scheißberg wieder rauf und dann runter latschen. Der lauschige Wanderweg lag behaglicherweise im Schatten und wir hofften, die im Reiseführer erwähnten Baumtigermietzekatzen zu sehen. Aber die zeigten sich nicht.

Mit den Tickets für das alte Kloster (8. Jh.) taperten wir einer deutschsprachigen Reisegruppe hinterher und schnorrten etwas Führung. Hier wurde ehemals der Heilige Gral aufbewahrt, den wir in Valencia bestaunt haben. Die Anlage wurde wie oben erwähnt direkt unter einen riesigen Felsvorsprung gebaut und umfasst mehrere Räume: u. a. ehemalige Königsgräber, eine Bäckerei, eine Kirche sowie einen romanischen Kreuzgang. Die zum Teil restaurierten Kapitelle aus verschiedenen Epochen weisen Darstellungen aus dem alten und neuen Testament auf. So alte Steine sind ganz schön schön. Zurück zum Rollewagen nahmen wir das Shuttle.

Auf schmalsten Serpentinen ging es wieder bergab. Erstmal bis zu einer Panoramaaussichtsplattform, dann ganz ins Tal bis zum Campingplatz in Gavin (30 €). Der Platz war schön, aber die Dame am Empfang etwas unfreundlich. Wir haben Wäsche gewaschen – mit der Hand. Zum Trocknen wurde die auf einer improvisierten Stromkabel-Wäscheleine aufgehängt. Zur Belohnung konnten wir uns mit Bier und Stullen in der Abendsonne entspannen. Und an Zikaden anpirschen. Aber die kleinen Mistbienen hören auf zu zirpen, wenn man sich nähert. Ich wollte doch mal eine in Echt sehen!

Spanien Tag 13: Daroca, Zaragoza

Sonntag, Juli 31st, 2011

21.05. (Sa.)
Das war eine recht kalte Nacht. Wir haben sogar mit Klamotten geschlafen und morgens die Heizung angemacht. Auf unserer Route hielten wir als erstes bei einer kleinen Schlucht mit Wasserfall. Hier gab es Blümchen und Landschaft und Aussicht und Geier und alles war wieder ganz wunderbar. =)

Statt Kühe, wie am Vortag, standen heute Schafe auf der Fahrbahn – mit gaaaanz vielen Lämmern. Bei der Weiterfahrt sind wir in eine Polizeikontrolle gekommen. Papiere vorzeigen, (beiderseits) nix verstehen und weiterfahren… bis Daroca, wo wir für einen Stadtspaziergang anhielten. Es ist ein kleiner Ort aus maurischer Zeit, dessen Stadtmauer in weiten Teilen erhalten ist. Es ist kein touristisch aufgehübschter Ort, schön urtümlich und ruhig. Hat mir gut gefallen – vor allem jetzt, da ich die Bilder noch mal seh’. Als wir dort waren, waren wir etwas erschöpft und die Hitze zur Mittagszeit tat ihr übriges.

Zaragoza war unser nächstes Ziel, wo wir nach Erreichen der Innenstadt als erstes die Basílica de Nuestra Señora del Pilar besichtigten. Die unterscheidet sich sehr von anderen Kirchen wie ich finde. Die Bemalung der Decken und Kuppeln ist dunkel, während die mächtigen, quadratischen Säulen hell sind. Außerdem gibt es noch eine Art Tempel/Pavillon innerhalb der Kathedrale. Der Name der Kirche bezieht sich auf den Pfeiler, auf dem 40 n. Chr. Maria einem Apostel erschienen sein soll. Gläubige stehen heute Schlange, um die Säule zu küssen. Ob wohl so ein 2000 Jahre alter Stein regelmäßig desinfiziert wird? *schüttel*

Auf der Plaza de Pilar fand wie in vielen anderen spanischen Städten eine Demonstration gegen die Regierung statt. Kurz zuvor wurde in Barcelona eine dieser Demos gewaltsam aufgelöst, um Platz für eine Fußballfeier o. dgl. zu haben. Viel hört man nicht von der Spanischen Revolution in Deutschland. Oder krieg nur ich nix mit?

Auf der Suche nach Nahrung sind wir noch etwas rumspaziert. In einer Affenhitze. Eingekehrt sind wir in einem Deluxe-Burgerladen – mit Klimatisierung. Kühle und Essen waren super! Sonst haben wir von Zaragoza allerdings nicht mehr viel gesehen. Noch ein Türmchen hier oder einen Brunnen und einen Rest Stadtmauer, aber nichts Spektakuläres. Stattdessen sind wir über Huesca, wo wir kurz einkaufen waren, zum Castillo de Loarre gefahren. Wir sahen hübsche grün-gelbe Vögel, die aber recht flatterhaft waren und sich nur schwer fotografieren ließen. Ein bisschen sehen sie aus wie Eisvögel, aber vielleicht auch nur, weil der Schnabel so lang ist.

Den Berg zum Castillo sind wir erstmal rauf gefahren und haben uns schon mal umgesehen. Tolle Aussicht. Vor allem hat Andi von oben sofort ein WoMo ausgemacht, zu dem wir uns gesellen wollten. Letztlich standen wir mit zwei anderen auf einem netten Platz zwischen Mandelhainen und konnten den Sonnenuntergang genießen.