Seit Andi und ich zusammengezogen sind, schlafen wir auf dem Boden. Da war es jetzt endlich mal an der Zeit für ein neues Bett. Gesucht hatten wir schon hin und wieder mal, aber nie so richtig was Schönes gefunden.
Zuletzt hatten wir uns für das Hopen-Bett von Ikea entschieden – bis ich gesehen habe, dass das “Holz” nur aufgeklebt ist. Es war nicht nur kein Holz und auch kein Furnier, sondern Folie. Und das war das Ausschlusskriterium für dieses Bett. Eine Runde drehten wir noch durch Möbel Kraft, aber da gab es nur schlimme Betten oder extrem teure.
Frustriert wieder zu Hause angekommen, hab ich das Internet durchsucht. Ein Bett ist nun nicht unbedingt das, was ich im Internet kaufen würde, aber ich wollte wenigstens mal gucken. Bei Otto hab ich dann sogar 2 ganz nette Exemplare gefunden und sie Andi gezeigt. Flux hatten wir uns für eins entschieden und es dann letztlich auch bestellt. Es hat etwas mehr gekostet als wir eigentlich ausgeben wollten, aber dafür ist es jetzt auch aus echtem Holz – aus Hevea-Hartholz.
Glücklicherweise hatten wir zu der Zeit das Auto meiner Eltern, so dass wir doch noch mal zu Ikea gefahren sind und zwei neue Lattenroste geholt haben. Das neue Bett kommt nämlich ohne Lattenroste und Matratzen – letztere hatten wir aber erst kurz nach dem Einzug hier neu gekauft.
Gestern wurde es dann geliefert und wir haben es sofort aufgebaut. Allerdings wollte ich mein Zimmer dafür etwas umräumen, was wir also auch gleich noch gemacht haben. So sieht unser neues Bett aus:
Vor kurzem war mir mal wieder nach Müsli und da mich die Standardmüslis aus dem Supermarkt nicht umhauen und ich keine Rosinen mag1, habe ich mal geguckt, wie das mit den Bausätzen aus dem Internet so funktioniert.
Angesehen habe ich mir die Seiten von mymuesli.com und cereal-club.de. Das Prinzip ist eigentlich bei beiden dasselbe: Du hast eine virtuelle Müsli-Schachtel und kannst sie dann mit deinen Wunschzutaten füllen. Die sind bei beiden Anbietern unterteilt nach Müslibasis und der Verfeinerng der Basis mit noch mehr Körnern. Dann mischt man noch die ganzen anderen Sachen rein, die man gerne hätte. Hier hat man die Qual der Wahl zwischen den ganzen Früchten, schokoladigen und anderen süßen Sachen, Nüssen und eher ungewöhnlichen Bestandteilen wie Gummibärchen, Brausetabletten oder Blütenblättern. Ein Großteil der Zutaten sind in Bioqualität zu haben.
Bei mymuesli befüllst du einen 575 g Behälter, bei cereal-club fasst der kleine 375 g und der große 750 g. Die Versandkosten liegen bei beiden bei 3,90 €. Während des Befüllens wird wird unterhalb der Müslibox der Preis, der Kilopreis und die Nährwerte angezeigt. Letztere beschränken sich bei cereal-club allerdings auf die Kalorien; bei mymuesli muss man sie erst einblenden. Für mich eher uninteressant.
Die Webseiten haben beide ihren charm, aber bei mymuesli habe ich mich schneller zurecht gefunden. Das Design von cereal-club hat irgendwie was von einem alten amerikanischen Diner und erinnert mich ein bisschen an die Typen der 50er Jahre mit Haartolle und auch an die Jungs aus amerikansichen Filmen, die an Tankstellen oder Autowerkstätten arbeiten und diese ovalen Namensaufnäher auf ihren Overalls tragen. (Was man nicht alles mit dem Erscheinungsbild einer Webseite verbindet…). mymuesli ist frischer, sommerlicher und zumindest für mich ohne weitere Assoziationen.
Um eine Entscheidungshilfe zu haben, habe ich bei beiden eine Mischung zusammengestellt und den Preis entscheiden lassen. Trotz leicht abweichender Fruchtbestandteile (mymuesli hatte keine Maulbeeren), hab ich mich dann für mymuesli entschieden. Das von mir gebastelte Kaninchenfutter beinhaltet: Fünf Körner Basis (Weizen-, Hafer-, Roggen-, Dinkel- und Gerstenflocken), Feigen, Apfelstücke, Vollkorn-Cornflakes, Leinsamen und Himbeeren (und lt. Zutatenliste viel Liebe ;-)). Der Kilopreis lag dann bei 10,70 €.
Schon nach wenigen Tagen war es da. Und lecker ist es!! Das muss ich wirklich sagen. Außerdem kommt es in einer tollen Dose, auf der hinten der Name steht: Kaninchenfutter2 eben! Nur der Preis, der Preis ist echt hoch. Leider. Sonst würde ich das vielleicht regelmäßiger machen.
Gestern war ich auf meinem ersten Flashmob. Das allein war schon ein Erlebnis, aber der Hauptgrund war, auf diesem Weg unser Grundgesetz – die Verfassung, in der unsere Grundrechte niedergelegt sind – wieder mal in Erinnerung zu rufen.
Ich habe ganz kurzfristig erfahren, dass diese Blitz-Zusammenkunft, der Flashmob, stattfindet und fand es in Anbetracht der immer dreisteren Vorwände unserer Regierung, dieses oder jenes Bürgerrecht einzuschränken bzw. sich still und heimlich (sprich unbemerkt vom Großteil der Bevölkerung) zu einem Big Brother à la Orwell oder der Stasi aufzuschwingen, eine prima Idee.
Initiiert wurde die Veranstaltung unter dem Titel “Handeln statt Wegschauen! Löschen statt Sperren!” vom Verein MOGIS, MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren. Wir versammelten uns auf dem Washington Platz am Hauptbahnhof und lasen dann einige Artikel unseres Grundgesetzes laut vor:
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft , des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Artikel 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Artikel 8
(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waff en zu versammeln. Artikel 10
(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. Artikel 19
(1) Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muß das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muß das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen.
(2) In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.
Trotzdem es ein kleinwenig holprig war, hat es m. E. echt gut geklappt. Mit den ganzen Leuten dort zu stehen und diese Auszüge aus dem Grundgesetz vorzulesen, war schon ein bisschen bewegend. Vor allem auch, weil ich das Gefühl habe, ziemlich machtlos zu sein gegenüber den Beschlüssen unserer Regierenden. Wie viel Wirkung hat ein Brief an unsere Abgeordneten? Welche Änderungen kann eine Demonstration bewirken? Zwei Jahre ist es her, dass wir auf der Demo gegen Vorratsdatenspeicherung waren. Wenn man erstmal als Volksvertreter gewählt ist, muss ja nicht mehr zwangsläufig dessen Interessen vertreten, scheint’s. Aber wahrscheinlich hab ich auch nur das Prinzip nicht verstanden… :-/
Konkret gibt es einen Gesetzentwurf, der den Missbrauch von Kindern verhindern soll. Das ist ein heres Ziel, das ich natürlich absolut unterstütze. Was ich nicht unterstütze, ist der mehr als fragwürdige Weg, es zu erreichen. Internetseiten zu zensieren, ist ein Eingriff in unsere Grundrechte (siehe oben). Sollten den zuständigen Stellen Domainnamen vorliegen, die solche Inhalte bereitstellen, spricht aus1 meiner Sicht nichts dagegen, diese unverzüglich zu löschen. Unkontrollierbare, unveröffentlichte Listen mit wahllos gesperrten Webseiten zu erstellen2, dient lediglich dazu, eine Zensur zu etablieren. Wenn China3 die Menschenrechte missachtet, seinem eigenen Volk nur unkritische, regimefreundliche Inhalte im Internet präsentiert und ausländische Journalisten die Einreise / Berichterstattung verbietet, drohen wir mit dem Dudu-Finger und tun auf höchster politischer Ebene unseren Umut darüber kund. Und in Wahrheit hätten wir uns lieber mit Freuden der DDR-Diktatur untergeordnet, die wir so heldenhaft “zum Rücktritt überredet” haben?! *kopfschüttel*
Weil es ein unendliches Thema ist und es um mehr geht als nur blockierte Internetseiten, hier ein paar Links:
Die Petition gegen das Sperren von Internetseiten habe ich ebenfalls unterzeichnet. 92.889 Bürger haben schon mitgezeichnet. Bei 82 Millionen Deutschen4 geht da noch einiges! Also los! “Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.”5
Hier ein Video von der Veranstaltung mit einem Interview mit Franziska Heine, die die Petition ins Leben gerufen hat: