CeBIT 2008

Nach einer kurzen Nacht sind wir ausschließlich mit S-Bahnen (die BVG streikt ja) zum ZOB gefahren, um von dort mit dem Bus nach Hannover zur CeBIT zu gelangen. Ich habe die gesamte Hinfahrt geschlafen und als wir gegen 10:00 Uhr ankamen war ich wieder einigermaßen fit.

Unser erstes Ziel war die Content-Mangement-Arena, wo Martin Koser einen interessanten Vortrag über Erfolgsfaktoren der Wiki-Einführung (in KMUs) gehalten hat. Das schönste war ja, dass er DokuWiki ausdrücklich erwähnt und als Beispiel herangezogen hat.

Kaddi mit ihrem neuen DokuWiki-ShirtFür die CeBIT habe ich mir extra noch ein DokuWiki-T-Shirt bestellt und so sind Andi und ich quasi im Partnerlook1, wie man in den 80ern so schön sagte, rumgelaufen. Nach dem Vortrag sind wir dann von Halle zu Halle geschlendert und haben uns dabei hauptsächlich auf Hardware-Bereiche konzentriert. Wobei wir das Objekt der Begierde (in diesem Fall Andis Begierde ;-)) erst ganz zum Schluss und nach Befragung des Info-Personals entdeckt haben. Es ist der Asus EeePC, der aber auf der Messe nur in Kombination mit Windows promotet wurde, obwohl es ihn bereits mit einer Linux-Installation im Internet gibt.

Bambus-Gehäuse bei AsusBei Asus am Stand gab es auch mit Bambus verkleidete Laptop-Gehäuse, die mir sehr gut gefallen haben. Optisch waren die wirklich klasse und ein Deckel war sogar mit Gravuren verziert. Haptisch waren sie allerdings nicht so angenehm wie ich erwartet hatte. Da fehlte doch irgendwie ein “samtigeres” Gefühl – obwohl das in Bezug auf Holz vielleicht ein seltsames Wort ist.

RAM mit eigener KühlungWie Andi schon berichtet hat, gab es diverse Komponenten, bei denen viel Wert auf Kühlung gelegt wurde. Abgesehen von der oft sehr futuristischen Kühltechnik bei Grafikkarten und Prozessoren, die ziemlich cool2 waren, gab es auch gekühlte RAM-Bausteine, die ich so im echten Leben noch nicht gesehen hatte. Ansonsten finde ich diese Spielereien mit Flüssigstickstoff-Kühlungen oder dgl. zwar interessant zu beobachten, aber nicht wirklich praktikabel. Der Aufwand, den man betreiben muss, um den gewünschten Effekt zum Übertakten des Prozessors zu erreichen, scheint mit nicht so recht im Verhältnis zu stehen. Aber vielleicht bin ich auch nur nicht nicht “Zocker” genug, um das zu verstehen ;-)

Pummelfee - leider etwas unscharf.Bei einem Hersteller, dessen Namen ich mir nicht gemerkt hab, gab es so ein kleines pummeliges Feen-Ding, ähnlich dem Nabaztag.3 Anfangs fand ich diese Teile irgendwie unsinnig und nach wie vor sind die Modelle ziemlich hässlich, aber unterdessen habe ich meine Meinung über den Sinn etwas geändert. Ich habe nämlich bei Andi zu Hause das Problem, dass ich mich nicht ohne Weiters mit Andi im Nebenzimmer unterhalten kann, wenn der seine neuen Kopfhörer auf hat. Dann kann ich rufen (ja sogar schreien) und ihn anrufen und Dinge gegen die Tür werfen ;-D es hilft nix. Da wäre so ein kleines Wackelding auf seinem Schreibtisch, das vielleicht auch noch blinkt oder ihm die Nachricht gleich ins Ohr sagt, ganz praktisch und würde mir ersparen, erst aufstehen zu müssen, nur um eine winzige Information loszuwerden oder zu bekommen ;-).

Kaddi am “Berührungslosen Multipoint Eingabegerät”Auf der CeBIT habe ich zum ersten Mal Pong gespielt – und das nur mit meinem Zeigefinger. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut hatte an seinem Stand ein berührungsloses Multipointing Eingabegerät, bei dem die Bewegung des Zeigefingers von mehreren Kameras berechnet und so auf dem Display ausgeführt wird. Auf diese Weise kann der Benutzer Bilder greifen, verschieben und, wenn er den anderen Zeigefinger dazu nimmt, auch drehen; oder eben Pong spielen. Die Handhabung ist etwas gewöhnungsbedürftig, führt aber doch recht zügig zum gewünschten Ergebnis. Ob diese Technologie später nur für Präsentationen oder auch für umfangreichere Anwendungen verwendet werden soll, weiß ich nicht. Die Grundidee finde ich ganz gut, muss ich doch nicht erst ein Gerät wie eine Maus oder einen Laserpointer zur Hand nehmen, sondern kann das alles gleich mit meinem Finger tun.

Es gab noch viel tolle Dinge mehr zu sehen, wie zum Beispiel Eye Tracking-Systeme zur vereinfachten Kommunikation mit Sprachbehinderten oder zu Marktforschungszwecken, die klasse waren und mir schon recht ausgereift erschienen. Die Spielehallen waren brechend voll und neben der Wii, für die es allerhand Kinkerlitzchen zu bestaunen gab, waren Fussballspiele offenbar der Renner. Ein Umstand, den ich ja so überhaupt nicht nachvollziehen kann, aber gut. So hat jeder seins4.

Irgendwann ging mir aber dann die Latsche aus und wir haben uns bis zur Abfahrt erneut in die Content-Management-Arena gesetzt und dem letzten Vortrag des Tages gelauscht. Ich glaube, ich hab schon geschlafen, bevor mein Hintern den Sitz im Bus berührt hat. Und so haben wir den Sonntag trotz schönstem Wetter zu Hause verbracht und uns erholt.

  1. was für ein gruseliges Wort!!? []
  2. hm, sollte kein Wortwitz werden []
  3. Was für ein scheiß Name!! Ich brauchte 5 Anläufe bei Google und nahezu zwei IM-Kontakte, bis ich es gefunden hatte []
  4. Um mal den Andi zu zitieren. Hab ich doch neulich gelernt, dass man nicht “Jedem das Seine” sagen soll. Aber davon könnte ich fast einen eigenen Beitrag machen []

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