Jeden Tag ´ne gute Tat…

ok, jede Woche ;-) Was macht einen guten Menschen aus? Einer Omi über die Straße zu helfen? Wahrscheinlich die meist genannte gute Tat überhaupt ;-) Einer Dame einen Euro für den Einkaufswagen zu geben, die nur 90 Cent klein hat und die Aldi-Kassiererin die Kasse nicht aufmachen will/kann? Das ist´s wohl noch nicht, aber auch ein Anfang. Jedem ersten Bettler, der einen anspricht, Geld zu geben? Wirklich jedem Geld zu geben, der dich direkt und indirekt danach fragt, wäre definitiv zu viel in dieser Stadt. Erschreckend, wenn ich so drüber nachdenke, wie oft ich auf Geld oder Essen angesprochen werde. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass man damit relativ gut über die Runden kommt, wenn man sich überwinden kann, zu betteln. Und ein Fulltime-Job ist es bestimmt auch. Insofern könnten sie eigentlich auch “richtig” arbeiten und hätten ein “gesichertes” Einkommen ;-)

Ein guter Mensch zu sein, bedeutet sicherlich auch, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will. Ein oft zitierter Spruch, dessen Wahrheit sich vielleicht nicht jeder klar macht. Denn wahrscheinlich ist jeder irgendwann mal bewusst – auch noch viel öfter unbewusst – scheisse zu anderen Menschen. Jeden, egal ob Fremde, zukünftige (Geschäfts-)Kontakte oder nahe Angehörige, mit dem gleichen Respekt zu behandeln, den jeder verdient, ist bisweilen nicht leicht. Manchmal sind Leute unsympathisch, wirken eingebildet oder herablassend oder spielen, wie die meisten Fremden, im eigenen Leben keine Rolle – was aber zunächst einmal kein Grund ist, sie respektlos zu behandeln.

Es besser zu machen (als die Menschen, die ich erlebe), ist eine große Herausforderung. Manchmal, wie eingangs beschrieben, ist es einfach. Zuweilen auch nicht. Wenn ich manche Menschen im Umgang mit ihren Hunden und Kindern erlebe, könnte ich bildlich gesprochen reinschlagen. Ein Wesenszug, der den freundlichen Umgang mit anderen hin und wieder schwierig werden lässt ;-)

Jeder kommt wohl in seinem Leben mindestens einmal, in Wirklichkeit wahrscheinlich öfter, in die Situation, jemanden zu verletzen. Das lässt sich in manchen Fällen auch nicht vermeiden und gehört wohl ins Leben. (“Was uns nicht umbringt,…”, liegt mir jetzt auf der Zunge.) Das letzte Mal, als ich einem Menschen einen derben Arschtritt dieser Art versetzt habe, ist jetzt zwei Jahre her und ich hab erst im Nachhinein gemerkt, was ich hätte anderes machen können. Wer mich kennt, ahnt wahrscheinlich, wovon ich rede. Ich stehe dazu und das muss man wohl auch. Ich sag´s noch mal anders: Fehler einzugestehen, sich auch in beschissenen Situationen fair zu verhalten und mit offenen Karten zu spielen, ist das Wichtigste!! Und sich wieder vor Augen zu führen, was man sich selbst vom Gegenüber in dieser Situation wünschen würde.

Hm, ich schweife ab. Obwohl es eigentlich genau das war, was ich sagen wollte. Der Wunsch und das Bemühen, zu anderen Menschen freundlich zu sein, hat u. a. die Stinkestadt, in der ich lebe, gefördert. Es ist relativ egal, wohin ich gehe, guten Tag sage =) und auf Menschen, Bedienungen, Servicepersonal, treffe, überall wird gegrummelt und rumgekläfft. Das ließ mich aufmerken.

Es gibt auch lobenswerte Ausnahmen: Die Angestellten des Esprit-Shops links hinten in den Schönhauser Allee Arkaden und die des Dr. Martens Händlers Monobrand am Hackeschen Markt. Vielen Dank noch mal für die freundliche Bedienung und angenehme Atmosphäre.

Eine letzte Erkenntnis anderer Art:
Was mir mal wieder beim Schreiben aufgefallen ist ist, dass ich “man” nicht immer vermeiden kann/will, wie ich es mal gelernt habe. Es gibt einfach Aussagen, die ich zwar sowohl auf mich, aber auch auf die Allgemeinheit beziehe und da ist “man” das einfachste Mittel. “Jeder”, “Menschen”, “alle”, … das taugt nicht in jeder Situation. Grüße an Herrn Pessing an dieser Stelle ;-)

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